Confessioni
(2024)for Soprano and Trumpet (with optional amateur trumpets group)
| Commissioned By: | Villa Massimo (Rome Prize) |
|---|---|
| Instrumentation: | tumpet and soprano |
Oscar Bianchi: Confessioni
With a playful nod to the unruly spirit of early duplum – that liberated second voice of medieval polyphony that later blossomed into bold contrapuntal adventures – the two protagonists carve out a peculiar expressive space, one that questions and probes: Am I your shadow? Your alter ego? They confess in turns, weaving between existential musings and lyrical litanies – reflections that might just be projections of their own uncertain natures. In this exchange, they become vehicles for vibrant emotional propositions, hinting at new frontiers of expressivity.
Stripped of accompaniment – “naked,” in the sense of pure, unadorned presence – the soprano and trumpet inhabit a shared sonic space where their identities blur and intermingle. Here, ideas don’t march forward in straight lines; they ripple, echo and occasionally trip over themselves. They might well embody “the fluid nature of creativity” – a state where a thought morphs into a gesture, a mood becomes a motive, and nothing stays pinned down for long. Like two dreamers in parallel monologues, their paths crossing in real time, not quite knowing where they’re headed but listening intently as they go – celebrating, in that very uncertainty, a sense of togetherness and possibility.
Oscar Bianchi: Confessioni
Mit einem augenzwinkernden Verweis auf den ungezähmten Geist des frühen Duplum – jener befreiten zweiten Stimme der mittelalterlichen Polyphonie, die sich später zu kühner Kontrapunktik entfaltete – erschaffen zwei Protagonist*innen einen eigenwilligen Ausdrucksraum, der fragt und forscht: Bin ich dein Schatten? Dein Alter Ego? Sie beichten abwechselnd, oszillierend zwischen existenziellen Überlegungen und lyrischen Litaneien – Reflexionen, die womöglich nur Projektionen ihrer eigenen ungewissen Natur sind. In diesem Austausch werden sie zu Trägern leuchtender emotionaler Vorschläge, die auf neue Ausdrucksdimensionen verweisen.
Entkleidet – „nackt“ im Sinne einer reinen, unverstellten Präsenz – teilen Sopran und Trompete einen klanglichen Raum, in dem ihre Identitäten verschwimmen und ineinander übergehen. Ideen bewegen sich hier nicht geradlinig: Sie kräuseln sich, hallen nach, stolpern manchmal über sich selbst. Vielleicht verkörpern sie damit „die fluide Natur der Kreativität“ – einen Zustand, in dem sich ein Gedanke in eine Geste verwandelt, eine Stimmung zu einem Motiv wird und nichts dauerhaft festgelegt ist. Wie zwei Träumende in parallelen Monologen kreuzen sich ihre Wege in Echtzeit – ohne genau zu wissen, wohin sie führen, doch lauschend, offen und neugierig – und feiern gerade in dieser Ungewissheit ein Gefühl von Gemeinsamkeit und Möglichkeit.